Aufbewahrungsort München, Staatsbibl., Clm 22053
Codex 99 Blätter, 5 Teile: Bl. 1-21, 22-66, 67-76, 77-92, 93-99, aus mehreren, allmählich entstandenen Teilen zusammengewachsen
Beschreibstoff Pergament
Blattgröße 185 x 136/141 mm
Datierung der Hs. um 814 (Bischoff [1974], S. 18 und 20)
Überlieferungstyp am Schluss eines Faszikels mit lat. Exzerpten zu theologischem, geographischem und metrologischem Grundwissen;
Inhalt u.a. 1v-21r Kreuzauffindungslegende, 21r-v Exzerpt aus Beda, 22r-35v Theodosius, 'De locis sanctis', 35v-47v theologische Exzerpte, 47v-65r Worterklärungen zu Isidor, 'Etymologiae', sowie zu meteorologisch-geographischen Wörtern, 65v-66r 'Wessobrunner Gebet', 66r-66v Freilassungsurkunde aus Hesilinloh, 67r-76v biblische Schriften und Kommentare, 77r-93r Worterklärungen, 93r-98v theologische Schriften (Exzerpte), 99r-v chronologische Notizen
Deutsche(r) Text(e)
Inhalt Bl. 65v-66r = 'Wessobrunner Gebet'
Glossenhandschrift (Bergmann/Stricker Nr. 680)
Schrifttyp frühkarolingische Minuskel
Schriftraum 145/153 x 113/120 mm
Spaltenzahl 1, zum Teil 2 (dt. Text: 1)
Zeilenzahl 14-17 (dt. Text: 14)
Textgestaltung Stabreimverse des einleitenden Schöpfungshymnus nur durch Punkte am Ende und oft auch in der Zäsur abgesetzt, drei Hauptabschnitte durch rote Anfangsbuchstaben hervorgehoben; ga-Runen
Werkdatierung bald nach 772 verfasst (Petzet/Glauning), um oder bald nach 800 (Steinhoff, Sp. 961)
Schreibsprache bair.
Schreibort Erwogen wurden Regensburg, Benediktbeuern, Staffelsee und Augsburg (Steinhoff, Sp. 962).
Abbildung
(in Auswahl)
Farb-Vollfaksimile in der Digitalen Bibliothek der BSB
  • Enneccerus, Tafel 9f. [= Bl. 65v/66r]
  • Petzet/Glauning, Tafel 1 [= Bl. 65v/66r]
  • [Faksimile] (vollständig)
  • Eis S. 25 [= Bl. 65v (s/w)]
  • Fischer, Tafel 14 [= Bl. 65v/66r]
  • Dachs/Klemm S. 29 [= Bl. 65v/66r]
  • Montag/Schneider S. 19 [= Bl. 65v/66r (in Farbe)]
  • Leseprobe im Netz mit Sounddatei
Literatur
  • Karl Halm u.a., Catalogus codicum latinorum Bibliothecae Regiae Monacensis, Bd. II,4: Codices num. 21406-27268 complectens (Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Regiae Monacensis IV,4), München 1881 (Nachdruck Wiesbaden 1969), S. 22f. [online]
  • Karl Müllenhoff und Wilhelm Scherer (Hg.), Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem VIII.-XII. Jahrhundert, Bd. 1: Texte, Bd. 2: Anmerkungen, 3. Auflage Berlin 1892 (Nachdruck Berlin/Zürich 1964), Bd. 1, S. 1f., Bd. 2, S. 1-8. [online]
  • Magda Enneccerus (Hg.), Die ältesten deutschen Sprach-Denkmäler in Lichtdrucken, Frankfurt a.M. 1897, Tafel 9f.
  • Erich Petzet und Otto Glauning (Hg.), Deutsche Schrifttafeln des IX. bis XVI. Jahrhunderts aus Handschriften der K. Hof- und Staatsbibliothek in München, I. Abteilung: Althochdeutsche Schriftdenkmäler des IX. bis XI. Jahrhunderts, München 1910, Tafel 1. [online]
  • Elias von Steinmeyer (Hg.), Die kleineren althochdeutschen Sprachdenkmäler, Berlin 1916 (Nachdruck Dublin/Zürich 1971), Nr. 2, S. 16-19. [online]
  • [Faksimile] Die Handschrift des Wessobrunner Gebets (München, BSB, Clm 22053), hg. von Annette von Eckardt mit einem Geleitwort von Carl von Kraus, München 1922.
  • Gerhard Eis, Altdeutsche Handschriften, München 1949, S. 25.
  • Hanns Fischer, Schrifttafeln zum althochdeutschen Lesebuch, Tübingen 1966, S. 15*-16* und Tafel 14.
  • Bernhard Bischoff, Paläographische Fragen deutscher Denkmäler der Karolingerzeit, in: Frühmittelalterliche Studien 5 (1971), S. 101-134 [wieder in: ders., Mittelalterliche Studien. Ausgewählte Aufsätze zur Schriftkunde und Literaturgeschichte, Bd. III, Stuttgart 1981, S. 73-111], S. 91.
  • Ute Schwab, Die Sternrune im Wessobrunner Gebet. Beobachtungen zur Lokalisierung des clm 22053, zur Hs. BM Arundel 393 und zu Rune Poem V. 86-89 (Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur 1), Amsterdam 1973.
  • Bernhard Bischoff, Die südostdeutschen Schreibschulen und Bibliotheken in der Karolingerzeit, Teil I: Die bayrischen Diözesen, 3. Auflage, Wiesbaden 1974, S. 18-21.
  • Karin Schneider, Wessobrunner Gebet, in: Thesaurus librorum. 425 Jahre Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellung, München 18. August - 1. Oktober 1983 (Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskataloge 28), Wiesbaden 1983, S. 28f. (Nr. 5).
  • Johannes A. Huisman, Das Wessobrunner Gebet in seinem handschriftlichen Kontext, in: Althochdeutsch. In Verbindung mit Herbert Kolb, Klaus Matzel, Karl Stackmann hg. von Rolf Bergmann, Heinrich Tiefenbach und Lothar Voetz, Bd. I: Grammatik. Glossen und Texte (Germanische Bibliothek. N.F. 3. Reihe: Untersuchungen), Heidelberg 1987, S. 625-636.
  • Hans-Hugo Steinhoff, 'Wessobrunner Gebet', in: 2VL 10 (1999), Sp. 961-965.
  • Ulrich Montag und Karin Schneider, Deutsche Literatur des Mittelalters. Handschriften aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek München mit Heinrich Wittenwilers 'Ring' als kostbarer Neuerwerbung (Bayerische Staatsbibliothek München. Schatzkammer 2003; Patrimonia 249), München 2003, S. 18f. (Nr. 1).
  • Bernhard Bischoff, Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen), Teil II: Laon - Paderborn. Aus dem Nachlaß hg. von Birgit Ebersperger (Bayerische Akademie der Wissenschaften. Veröffentlichungen der Kommission für die Herausgabe der mittelalterlichen Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz), Wiesbaden 2004, S. 272, Nr. 3330.
  • Rolf Bergmann und Stefanie Stricker unter Mitarbeit von Yvonne Goldammer und Claudia Wich-Reif, Katalog der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften, Berlin/New York 2005, Bd. 3, S. 1283-1286 (Nr. 680).
  Elke Krotz (Wien), Januar 2012
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